Der Fujifilm Eterna Look: Ein Guide für DaVinci Resolve


Der Fujifilm Eterna Look ist der „Silent Hero“ der Videografie. Er schreit nicht nach Aufmerksamkeit wie ein Teal-and-Orange-Look, sondern überzeugt durch sanfte Kontraste, pastellige Farben und einen fast schon nostalgischen, filmischen Roll-off.

Doch was, wenn du keine Fujifilm-Kamera besitzt, sondern wie ich mit einer Nikon Z8, einer DJI Osmo Pocket 3 und einer OM-1 drehst? Die gute Nachricht: In DaVinci Resolve ist Farbe reine Mathematik. Wenn wir die Mathematik verstehen, können wir jede Kamera „fujifilmisieren“.


1. Das „Warum“: Warum nicht einfach die LUT draufklatschen?

Wer eine LUT (Look-Up Table) einfach direkt auf sein Log-Material legt, erlebt oft eine böse Überraschung: Die Schatten saufen ab, die Hauttöne wirken unnatürlich. Das liegt daran, dass eine Eterna-LUT für das mathematische Profil von Fujifilm (F-Log) entwickelt wurde.

Eine Nikon Z8 spricht „N-Log“, die Pocket 3 spricht „D-Log M“ und die OM-1 „OM-Log400“. Wenn du einer LUT die falsche Sprache fütterst, ist das Ergebnis Kauderwelsch.

Der Schlüssel zum Erfolg ist die Normalisierung. Wir müssen alle Kameras in einen gemeinsamen Arbeitsraum (Sandbox) bringen und sie dann so konvertieren, dass sie sich für die Eterna-LUT als „F-Log“ tarnen.


2. Der generelle Workflow: Die „Sandwich“-Technik

Um den Look konsistent zu halten, nutzen wir eine spezifische Kette von Transformationen:

  1. Input Transform: Wir wandeln das spezifische Log der Kamera in einen neutralen Arbeitsraum um (DaVinci Wide Gamut).
  2. Grading: Hier passen wir Belichtung und Weißabgleich an.
  3. Die Brücke: Wir konvertieren das Signal von unserem Arbeitsraum in Fujifilm F-Log.
  4. Der Look: Jetzt wenden wir die offizielle Fujifilm Eterna-LUT an.

3. Umsetzung über Gruppen (Der effiziente Weg)

Wenn du ein Projekt mit vielen Clips von drei verschiedenen Kameras hast, sind Groups in Resolve dein bester Freund. Sie erlauben es dir, kamerazugehörige Korrekturen und den globalen Look getrennt zu steuern.

Schritt A: Pre-Clip (Die Normalisierung)

Erstelle für jedes Kameramodell eine eigene Gruppe. Im Pre-Clip Bereich nutzt du eine CST-Node (Color Space Transform):

  • Nikon Z8: Input: N-Log -> Output: DaVinci Wide Gamut.
  • DJI Pocket 3: Input: D-Log M -> Output: DaVinci Wide Gamut.
  • OM-1: Input: OM-Log400 -> Output: DaVinci Wide Gamut.

Schritt B: Clip (Individuelle Anpassung)

Hier machst du dein primäres Grading (Belichtung, Kontrast, Weißabgleich) für jeden einzelnen Clip, damit sie optisch zusammenpassen.

Schritt C: Post-Clip (Der globale Eterna-Look)

Dieser Bereich gilt für alle Clips in der Gruppe. Hier baust du das „Eterna-Finale“:

  • Node 1 (CST): Input: DaVinci Wide Gamut -> Output: Fujifilm F-Log.
  • Node 2 (LUT): Die offizielle „F-Log to Eterna“ LUT.

4. Alternative: PowerGrades (Der flexible Profi-Ansatz)

PowerGrades sind im Grunde „intelligente Vorlagen“, die du in deiner Galerie speicherst. Im Gegensatz zu LUTs kannst du jede einzelne Node eines PowerGrades einsehen und verändern.

Warum PowerGrades nutzen?

  • Volle Kontrolle: Du siehst genau, was mit dem Kontrast passiert.
  • Zerstörungsfrei: Du kannst die Deckkraft einzelner Nodes (z.B. der Sättigung) anpassen.
  • Modularität: Du kannst Effekte wie Filmkorn oder Halation direkt in die Struktur integrieren.

Erstelle dir ein PowerGrade, das deine CST-Brücke und die Eterna-LUT enthält. Wenn du ein neues Projekt startest, ziehst du das PowerGrade einfach auf deine Timeline und musst nur noch die erste Node (den Input-CST) an die jeweilige Kamera anpassen.


Fazit: Konsistenz ist King

Der Fujifilm Eterna Look funktioniert am besten, wenn er subtil bleibt. Durch die Nutzung von CSTs und der Sandwich-Technik stellst du sicher, dass deine Nikon Z8, deine DJI Pocket 3 und deine OM-1 trotz unterschiedlicher Sensoren wie aus einem Guss wirken.

Eterna ist kein Filter, sondern eine Entscheidung für eine weichere, organischere Erzählweise. Viel Spaß beim Experimentieren!